Abgeschlossener Wettbewerb

Das 39er-Denkmal
auf dem Reeser Platz

Foto: Nicolas Grosch

Anlass:

Ziel des Wettbewerbs war es, zeitgenössische, künstlerische und freiraumplanerische Ideen für eine pointierte, signifikante und kritische Kommentierung des 39er Denkmals auf dem Reeser Platz zu finden.

Das Denkmal wurde 1939 auf dem Reeser Platz errichtet und eingeweiht. Es ist in seiner inhaltlichen Aussage, ästhetischen Formulierung und gesellschaftlichen Funktion als revanchistisch und nationalsozialistisch einzustufen.

Die für den Stadtteil zuständige Bezirksvertretung 1 (BV1) hat in ihrer Sitzung vom 11. April 2014 mehrheitlich beschlossen ein alternatives Denkmal auf dem Reeser Platz aufzustellen, dass den Wunsch der Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger nach einem friedlichen Zusammenleben der Völker zum Ausdruck bringt und den Widerstand gegen Kriegsverherrlichung würdigt und hat die Kunstkommission mit der Durchführung eines Ideen-Wettbewerbs beauftragt.

Ausloberin:

Ausloberin ist die Landeshauptstadt Düsseldorf, vertreten durch die Kommission für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Koordination und Durchführung des Wettbewerbs erfolgte durch ISR Innovative Stadt- und Raumplanung GmbH

Preise und Anerkennungen

Es werden folgende Preise vergeben (brutto):

Preis 20.000 EURO,
2. Preis 12.500 EURO,
3. Preis 7.500 EURO und 3 Anerkennungen in Höhe von jeweils 3.300 Euro brutto.

Wettbewerbsart:

Der Wettbewerb wurde als geladener, einstufiger, anonymer Wettbewerb durchgeführt.

Die Auslobung erfolgt als offener, zweiphasiger anonymer Wettbewerb. Der Wettbewerb wurde in deutscher und englischer Sprache ausgelobt.

Teilnehmer*innen:

offen

Aufgabe

Es werden künstlerische und freiraumplanerische Ideen für den zukünftigen Umgang der Stadtgesellschaft mit dem 39er Denkmal und dem Reeser Platz gesucht. Im Mittelpunkt der Entwürfe soll eine kritische künstlerische Kommentierung des 39er Denkmals stehen. Dabei sind die künstlerische Gestaltung und die Arbeitsweise grundsätzlich freigestellt.

Das 39er Denkmal ist in seiner inhaltlichen Aussage, ästhetischen Formulierung und gesellschaftlichen Funktion als revanchistisch und nationalsozialistisch einzustufen. Der Denkmalsbau mit dem dazugehörigen Aufmarschplatz ist ein historisches Zeugnis für den Krieger- und Totenkult im Nationalsozialismus. Dieser, sowie der gesamte Reeser Platz (Vorder- und Rückseite des Denkmals) stehen als Realisierungsraum für eine künstlerische und freiraumplanerische Idee zu Verfügung.

Seit vielen Jahren gibt das umstrittene Denkmal der Stadtgesellschaft Anlass für eine Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und ist daher von gesellschaftlicher und historischer Bedeutung. Ein Abriss des Denkmals ist nicht gewollt und denkmalrechtlich nicht möglich. Der Ort soll in Zukunft noch stärker ein Lern- und Erinnerungsort werden, an dem heutige und zukünftige Generationen am konkreten Beispiel etwas über die Stadt- und Weltgeschichte, den Mechanismus von Gewalt und die nationalsozialistische Bildsprache und Architektur ablesen und lernen können. Konzepte für eine innovative Vermittlungsarbeit für den Ort können Teil der Ideen für den Wettbewerb sein.

Widersprüchlich wurden in diesem Zusammenhang im Vorfeld der Auslobung die Begriffe „Gegendenkmal“ und „alternatives Denkmal“ diskutiert (siehe Dokumentation des Werkstatt-Tags vom 17.11.2018). Eine künstlerische Kommentierung könnte sich auf die Ästhetik und die Aussage des 39er Denkmals beziehen, aber auch eine Gegenaussage treffen, Irritationen im Umgang mit dem Denkmal und in jedem Fall Anstöße zum Nachdenken auslösen. Ins Positive gewendet könnte der Platz auch zu einem Ort oder Zeichen für Weltoffenheit, Frieden, und Völkerfreundschaft werden.

Wettbewerbsbeiträge

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