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10/09/2020
Franz-Vaahsen-Schule

Übergabe der Licht­skulptur „Widerstand” an die Franz-­ Vaahsen-Schule

Foto: Nicolas Grosch

Die Skulptur des Künstlers Moritz Hirsch wurde am Donnerstag, 10. September, in Anwesenheit von Oberbürgermeister Thomas Geisel präsentiert

„WIDERSTAND oder in Gedanken frei zu sein“ – so lautet der Titel des Kunst-am-Bau-Projektes des Künstlers Moritz Hirsch, das nun vor der neuen Turnhalle der Franz-Vaahsen-Schule in Wittlaer zu sehen ist. Die Skulptur ging aus einem Wettbewerb der Kunstkommission Düsseldorf als Siegerentwurf hervor, den diese anlässlich des Erweiterungsneubaus für die Schule ausgelobt hatte. Die offizielle Übergabe des Werkes in Anwesenheit von Oberbürgermeister Thomas Geisel an den Schulleiter Dr. Jan von der Gathen und die Schülerschaft fand am Donnerstag, 10. September, statt.

Oberbürgermeister Thomas Geisel: „Mit der heutigen Übergabe des Kunstwerks ‚Widerstand‘ ziert nunmehr die Franz-Vaahsen-Schule einKunstwerk, welches nicht besser die Haltung der Schule und den Auftrag von Bildung hätte zum Ausdruck bringen können. Der Künstler Moritz Hirsch hat es mit seiner Arbeit gekonnt vollbracht, weniger zu belehren als vielmehr die Schülerinnen und Schüler, Lehrkräften sowie Gästen der Schule zu eigenständigem, kritischem Denken anzuregen. Damit setzt er den Leitgedanken Franz Vaahsens nicht nur fort, er bringt auch auf den Punkt, dass unsere Schulen Orte zur Ausbildung aufgeklärter, mündiger Bürgerinnen und Bürger sind: Bildungsstätten der Demokratie!“

Zum Kunstwerk

Der elektrische Widerstand als Lichtskulptur besteht aus elf Modulen und fünf farbigen Lichtringen, entwickelt und geformt in einer 575-fachen Vergrößerung zum original Bauelement aus der Physik. Die Farben der Leuchtkörper entsprechen nicht nur dem Farbcode eines spezifischen Ohm’schen Widerstands, sie verweisen auch auf das farbliche Leitbild der Franz-Vaahsen-Schule. Mit dem Titel seiner Installation verweist der Künstler auf den Namensgeber der Schule. Moritz Hirsch: „Der Titel der Installation verweist gleichzeitig auf seine Rolle beziehungsweise Haltung im deutschen Widerstand während des NS-Regimes. In der künstlerischen Umsetzung bedient sich der Entwurf dem allgemein bekannten elektrischen Widerstand. Die Arbeit wird auf diese Weise Sinnbild für Mess- und Stabilisierungsaufgaben in der Gesellschaft.“

Der in Mönchengladbach geborene und später in Wittlaer als Pfarrer tätige Franz Vaahsen (1881-1944) gehörte während der NS-Zeit der Gruppe der sogenannten „Kerzianer“ an, einer Widerstandsgruppe aus elf Freunden, die sich bei Kerzenschein über Kunst und Politik austauschten. Am Ende eines jeden Treffens sangen sie das Volkslied „Die Gedanken sind frei“. Die Mitglieder, darunter das Ehepaar Mataré und Heinrich Nauen, waren alle Förderer der modernen Kunst und entschiedene Gegner des Nationalsozialismus.

Die Skulptur von Moritz Hirsch ging aus einem geladenen, einstufigen und anonymen Wettbewerb als Siegerentwurf hervor, den die Kunstkommission der Stadt Düsseldorf anlässlich des Erweiterungsneubaus an der Schule auslobte. Eingeladen waren neun Künstlerinnen und Künstler, zur Realisierung standen 90.000 Euro zur Verfügung. Mit der Übergabe des Kunstwerks an die Franz-Vaahsen-Schule übergibt die Kunstkommission der Stadt Düsseldorf ein weiteres, von ihr initiiertes und finanziertes Kunstwerk der Öffentlichkeit.

Das Lichtobjekt überzeugte die Kunstkommission durch die Geschichte hinter der künstlerischen Idee und insbesondere wegen seiner vielschichtigen Botschaften und Rezeptionsmöglichkeiten. So ist der Widerstand von Moritz Hirsch mehr als nur ein Beitrag zur Erinnerungskultur, gleichzeitig kann er als Kommentar zu einem veränderten gesellschaftspolitischen Bewusstsein betrachtet werden. Schulleiter von der Gathen überzeugte vor allem die Mehrdimensionalität der Botschaft. Denn einerseits spricht die Lichtorgel durch ihre bunten Farben die Kinder der Grundschüler an, zum anderen ist ihre Bedeutung nicht auf den ersten Blick ersichtlich.“Es ist herausfordernd, weil sich das Kunstwerk nicht sofort erschließt“, so der Schulleiter.

Zum Künstler

Der Künstler Moritz Hirsch wurde 1978 in Frankfurt am Main geboren und studierte an der Universität der Künste Berlin bei Katharina Sieverding, am
Chelsea College of Art and Design, London, und an der Summer Academy Salzburg. Er lebt und arbeitet in Berlin.

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