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Der öffentliche Raum stellt ein komplexes Gefüge dar, das stets neu verhandelt wird – sozial, politisch, ästhetisch und symbolisch. Angesichts zunehmender Verdichtung, gesellschaftlicher Fragmentierung und politischer Polarisierung verschärfen sich diese Aushandlungsprozesse. Dies ist auch der Fall, wenn es um die Rolle von Kunst im öffentlichen Raum geht – sei es im Rahmen der Realisierung von neuen Projekten oder im Umgang mit Bestandskunst. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die 2024 in Düsseldorf entbrannte Debatte um die Fassade des ehemaligen Audimax der Hochschule Düsseldorf, gestaltet von Günter Fruhtrunk. Der geplante Abriss des Gebäudes und die damit verbundene mögliche Demontage des Kunstwerks haben eine breite öffentliche und kulturpolitische Diskussion ausgelöst, in der städtebauliche Interessen auf Denkmalschutz und künstlerische Autor*innenschaft treffen. Auch Argumente des “Kulturkampfs” spielen in diesen Debatten eine Rolle, zwischen der Moderne und rechter Raumnahme.
Wer aber entscheidet über den Erhalt öffentlicher Kunstwerke? Welche Interessen und Machtverhältnisse bestimmen diese Entscheidungen? Und wie gestaltet sich das Verhältnis von Deutungshoheit, Zugang und Teilhabe? Die Fachtagung nimmt diese Fragen zum Anlass, um die vielschichtigen Dimensionen des öffentlichen Raums sowie die Rolle der Kunst als Medium gesellschaftlicher Mitgestaltung, Kritik und Transformation zu untersuchen. Neben dem Umgang mit Bestandskunst sollen vor allem künstlerische und kuratorische Strategien verhandelt werden, die bestehende Machtstrukturen sichtbar machen, hinterfragen oder strategisch unterwandern. Dabei liegt der Fokus auf der Praxis von Akteur*innen, die im Stadtraum weniger sichtbar sind – wie queerfeministischen Perspektiven –, ebenso wie auf Praktiken der Kollaboration als Form der Teilhabe. Des Weiteren rücken künstlerische Strategien in den Blick, die die ökologische und soziale Transformation mitgestalten, sowie Kunstprojekte, die den öffentlichen Raum ins Digitale erweitern.
Die Tagung bringt Künstler*innen, Kurator*innen, Wissenschaftler*innen und Akteur*innen der Stadtgesellschaft zusammen, um gemeinsam über die Gestaltungsspielräume und die transformative Kraft von Kunst im öffentlichen Raum zu reflektieren. Neben eingeladenen Keynote-Speaker*innen und Diskussionsteilnehmer*innen wird das Programm durch Beiträge aus einem Call for Papers ergänzt. In insgesamt fünf Panels werden die verschiedenen Dimensionen und Perspektiven von Raum verhandelt.
Organisiert wird die Tagung von der Kunstkommission der Landeshauptstadt Düsseldorf. Seit 2018 beschäftigt sich die Kommission mit Kunst und Bau-Projekten, begleitet interdisziplinäre städtebauliche Vorhaben und richtet temporäre Formate wie den Lantz’scher Skulpturenpark sowie die international ausgeschriebenen stadt.raum.experimente aus.
Die Tagung findet vom 20. bis 21. März 2026 im Künstlerverein Malkasten in Düsseldorf statt. Sie beginnt am Freitag um 13 Uhr und endet am Samstag gegen 14 Uhr. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, an der Tagung teilzunehmen und sich aktiv einzubringen.
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Um Anmeldung wird zu besseren Planung gebeten: kunstkommission@duesseldorf.de
Tagungsprogramm
Freitag, 20.3.2026
13-19 Uhr
13:00 Open Doors
13:15 Begrüßung und Einführung
– Johanna Adam (Vorsitzende der Kunstkommission Düsseldorf)
13:00 Open Doors
13:15 Begrüßung und Einführung
Johanna Adam (Vorsitzende der Kunstkommission Düsseldorf)
13:30 Beginn
Aushandlungsräume – Umgang mit Bestandskunst im Stadtraum
Kunst im öffentlichen Raum ist nicht nur Ausdruck ästhetischer Gestaltung, sondern auch Trägerin gesellschaftlicher Werte, Narrative und Geschichtsverständnis. Viele Werke im Stadtraum sind historisch gewachsen – sie wurden in anderen politischen und sozialen Kontexten geschaffen und stoßen heute zunehmend auf Kritik, Widerspruch oder Forderungen nach Umdeutung. Dieses Panel widmet sich der Frage, wie mit bestehenden Denkmälern und Skulpturen umgegangen werden kann und soll. Wie lassen sich problematische Inhalte oder überkommene Repräsentationsformen erkennen, diskutieren und transformieren? Welche künstlerischen oder kuratorischen Strategien des Umgangs mit diesen Arbeiten gibt es bereits – etwa Kontextualisierungen, Gegendenkmäler, temporäre Überarbeitungen oder partizipative Prozesse?
13:35 Keynote
Besetzen, bespielen, befragen – Kunst im öffentlichen Raum als Aneignungsmöglichkeit
– Julia Grosse (Kunsthistorikerin, Gropius Bau)
Immer noch verorten die meisten Menschen Kunst und ihre Präsentation in den geschlossenen Raum: Museen, Kunsthallen und Galerien, in die längst nicht alle den Mut oder gar die Lust haben, hineinzugehen. Obwohl die Kulturhäuser längst und zum Teil auch äußerst spannend an Öffnungsprozessen arbeiten. Die Kunst im öffentlichen Raum, ob temporär oder langfristig gedacht, ist demgegenüber eine Chance, in die Begegnung zu gehen mit einer Audience, die ohnehin da ist. Und weil die öffentlichen Räume enger werden, ist die Präsenz von Kunst wichtig, die jenseits der bloßen Repräsentation funktioniert, formuliert, irritiert. Sie bezieht Stellung zu Themen der Gegenwart, trifft Aussagen und regt zum Nachdenken an. Kunst, die partizipativ gedacht oder so angelegt ist, dass eine Stadtgesellschaft sie sich aus ganz unterschiedlichen Perspektiven aneignen kann; Als Ort, der beklettert, berührt, bespielt werden darf; Als offene Bühne, die zum Austausch einlädt; Als konsumfreier Ort des Rückzugs. Und auch kontroverse historische Denkmäler im Stadtraum werden längst aktiv (und oft ungefragt) kritisch und zum Teil höchst kreativ in die Pflicht genommen.
13:45 Impuls
Abschied und Transformation
– Sebastian Freytag (Künstler)
In seinem Vortrag stellt Sebastian Freytag ein künstlerisches Konzept zum Umgang mit historischen Kunst-am-Bau-Werken vor. Ausgehend vom Gedanken des Abschieds werden Möglichkeiten untersucht, historisches künstlerisches Erbe neu zu denken – insbesondere dort, wo Werke, Materialien und Konzepte der Nachkriegsmoderne ihre ursprüngliche Funktion verlieren und zu neuem Handeln auffordern. Historisches Material wird dabei nicht als abgeschlossen betrachtet, sondern als offene Ressource, welche durch eine zeitgenössische künstlerische Praxis neu befragt und transformiert werden kann. Anhand ausgewählter Projekte werden mögliche Formen eines dialogischen Umgangs mit historischem Material vorgestellt. Vergangenheit und Gegenwart treten dabei in Resonanz und eröffnen Denk- und Handlungsräume, in denen künstlerisches Erbe als wandelbar, offen und produktiv erfahrbar wird.
13:55 Podiumsdiskussion
mit Julia Grosse (Kunsthistorikerin, Gropius Bau), Sebastian Freytag (Künstler), Eske Schlüters (Künstlerin) und Tillmann Terbuyken (Künstler) sowie Max Brück (Künstler)
15:15 Pause
15:30 Beginn
Handlungsräume – Zwischen Selbstorganisation und Protest
In diesem Panel soll untersucht werden, wie sich künstlerische, performative und aktivistische Praktiken in urbanen Räumen entfalten, die durch Selbstorganisation, Protestbewegungen und kollektives Handeln geprägt sind. Der öffentliche Raum ist nicht nur Bühne für Sichtbarkeit, sondern ein umkämpfter Ort politischer und gesellschaftlicher Auseinandersetzungen. Hier entstehen temporäre Allianzen, kreative Widerstandsformen und alternative Öffentlichkeiten. Wie lässt sich der Stadtraum als Handlungsraum nutzen, in dem bestehende Machtverhältnisse hinterfragt, gestört oder neu verhandelt werden? Welche Rolle spielen selbstorganisierte Strukturen – etwa Initiativen, Kollektive oder informelle Zusammenschlüsse – im Kontext künstlerisch-politischer Interventionen? Und wie bewegen sich diese zwischen institutioneller Kooperation, Autonomie und Widerstand?
15:35 Keynote
Von der Anziehungskraft des Zentrums und den Zentrifugalkräften der Zerstreuung
– Britta Peters (Urbane Künste Ruhr)
Urbane Künste Ruhr ist aus dem Programm Stadt der Möglichkeiten des Kulturhauptstadtjahrs Ruhr.2010 hervorgegangen. Das Aufgabenheft der Anfangsjahre war prall gefüllt mit hohen Erwartungen an die junge Institution: Sie sollte das Ruhrgebiet zusammenschweißen, den regionalen Künstler*innen zu mehr Präsenz verhelfen und die Region insgesamt aufwerten. 15 Jahre später sind sowohl die Institution als auch die Ansprüche an sie gereift. Mit einem klaren Fokus auf kontextspezifischen Neuproduktionen bekennt sich Urbane Künste Ruhr zu den Eigenwilligkeiten der Kunst, ohne den öffentlichen Raum als Handlungsfeld aus dem Blick zu verlieren. Aber wie kann das gehen? Anhand von zwei Langzeitprojekten werden Thesen darüber aufgestellt, welche physischen, kommunikativen und gedanklichen Räume durch bestimmte Konstellationen entstehen und welche Faktoren ihre Entwicklung behindern.
15:45 Impuls
Parasite the public: Camouflage, Infiltration und die Entgrenzung von Öffentlichkeit, Alltag und Kunst
– Jakob Margit Wirth (Künstler*in)
Im Vortrag untersucht Jakob Margit Wirth parasitäre Taktiken künstlerischer Praxis im öffentlichen Raum – Taktiken der Infiltration, Camouflage und situativen Besetzung –, die die Differenz zwischen Kunst und Alltag bewusst auflösen. Im künstlerischen Forschungsprojekt Parasite Art (PhD, Bauhaus-Universität Weimar) geht es Wirth um das Herausarbeiten jener Formen künstlerischer Praxis, die resilient gegenüber hegemonialen Strukturen agieren. Bei diesen parasitären Interventionen versteht Wirth die Öffentlichkeit als bestehende Sphäre, die sich durch aufsuchende, performative Praxis bespielen lässt. Anhand zweier Projekte – Parasite Parking und Collapse Collection – wird gezeigt, wie diese parasitären Taktiken neue Räume für Kritik, Reflexion und Teilhabe eröffnen.
15:55 Podiumsdiskussion
mit Britta Peters (Urbane Künste Ruhr), Jakob Margit Wirth (Künstler*in), Martin Krenn (HBK Braunschweig) und Anne Schülke (Künstlerin)
17:00 Pause

Nina Beier, 2022
Friedrich-Rückert-Gymnasium
Foto: Katja Illner
17:15 Beginn
Anerkennungsräume – Queerfeministische und andere Un/Sichtbarkeiten im öffentlichen Raum
Mit der Errichtung des LGBTIQ+-Denkmals von Claus Richter hat Düsseldorf einen wichtigen Schritt in Richtung Sichtbarkeit und Anerkennung der LGBTIQ+-Gemeinschaft gemacht. Das Denkmal stellt ein öffentliches Zeichen für Akzeptanz und Integration queerfeministischer Perspektiven im Stadtraum dar und steht für eine queere, diverse Erinnerungskultur. Doch wie kann der öffentliche Raum darüber hinaus genutzt werden, um Themenfelder wie Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und sexuelle Vielfalt zu fördern, aber auch Kontroversen wie Geschlechterrollen und historischer wie aktueller Diskriminierung zu thematisieren? Welche Strategien lassen sich entwickeln, um diese marginalisierten Themen nicht nur sichtbar zu machen, sondern als integralen Teil des urbanen Alltags langfristig zu verankern?
17:20 Keynote
Out in the City – Queere Raumaneignung als gesellschaftliche und künstlerische Praxis
– Yvonne P. Doderer (Künstler*in und Architekt*in)
Vor allem das Leben in der Stadt kann die Formierung von emanzipatorischen, identitätspolitischen und queeren Bewegungen ermöglichen. Es kann ihre vielfältigen Formen von Gemeinschaftsbildung, ihre Strategien der Verräumlichung im Urbanen und als urbane Räume begünstigen. Seit ihrer Entstehung haben diese Bewegungen zu einer Veränderung von städtisch-gesellschaftlichen Verhältnissen produktiv beigetragen. Kunst im öffentlichen Raum als (nicht nur) queer-feministisch-künstlerische Praxis wiederum kann zu einer Schnittstelle werden, die die Zusammenhänge von Stadt und Emanzipation, von damit verbundenen Geschichte/n, Denkweisen und Strategien sichtbar macht und reflektiert. Eine solchermaßen motivierte Kunst ist jedoch in städtisch-öffentlichen Räumen bislang kaum oder wenn, dann meist nur temporär zu finden.
Die Gründe hierfür sind zu diskutieren.
17:30 Lesung
„… und auf dem Gehweg habe ich auf einmal, fast unmerklich, wie magisch Platz“
– Jonas Monka (Künstler)
In seinen autofiktionalen Texten, die Jonas Monka seit einem Jahr als Teil seiner künstlerischen Arbeit begreift, lässt er in tagebuchartigen Einträgen phantastische Bilder entstehen. Ausgehend von seinem Körper, der weiblich sozialisiert wurde und nun weitestgehend als männlich gelesen wird, übersetzt er somatische Erfahrungen in Sprache. Die hier vorgetragenen Texte kreisen um die Un/Sichtbarkeiten, Bewegungsmuster und Begegnungen zwischen Körpern und Skulpturen in öffentlichen und in intimen Räumen.
17:40 Podiumsdiskussion
mit Yvonne P. Doderer (Künstler*in und Architekt*in), Jonas Monka (Künstler), Viron Erol Vert (Künstler) und Maximiliane Baumgartner (Künstlerin, Kunsthochschule Mainz)
19:00 Get-Together

Claus Richter
Rheinwiese, 2022
Foto: Christian Konrad
19:00 Get-Together
Samstag, 21.3.2026
9-14 Uhr
9:00 Open Doors
9:15 Recap
Christoph Schäfer (Künstler, Kunstkommission Düsseldorf)
9:00 Open Doors
9:15 Recap – Christoph Schäfer (Künstler, Kunstkommission Düsseldorf)
9:30 Beginn
Digitalräume – Öffentliche Kunstpraxis zwischen Virtualität und Urbanität
Digitale Räume entwickeln sich zunehmend zu eigenständigen Öffentlichkeiten für künstlerische, kuratorische und kulturelle Praktiken. Dieses Panel widmet sich der Frage, wie digitale Infrastrukturen – von sozialen Medien über immersive Plattformen bis hin zu Augmented und Mixed Reality – neue Formen von Sichtbarkeit, Teilhabe und Gemeinschaft ermöglichen. Im Fokus stehen digitale Kunstprojekte, die sich mit urbanen, gesellschaftlichen oder politischen Fragen auseinandersetzen und dabei die Grenzen zwischen physischem Stadtraum und virtuellen Handlungsfeldern verschieben. Wie kann digitale Kunst den öffentlichen Raum erweitern, kommentieren oder transformieren?
Inwiefern entstehen durch ortsbezogene digitale Formate neue Perspektiven auf Stadt, Erinnerung und Gemeinschaft?
9:35 Keynote
Meta-Monuments: Gegen die Last der Vergangenheit
– Mara-Johanna Kölmel (Kuratorin, Zeppelin Museum Friedrichshafen)
Wie verändern digitale Technologien unser Verständnis von Denkmälern? Welche alternativen Erinnerungsorte entstehen, wenn Machtansprüche ihren Sockel verlieren? Seit dem 19. Jahrhundert haben sich Bedeutung und Funktionen von Denkmälern grundlegend gewandelt: von heroischen, national aufgeladenen Symbolen hin zu umkämpften Orten, die historische Brüche, verdrängte Erinnerungen und marginalisierte Perspektiven markieren. Heute erweitern digitale Technologien, immersive Medien und netzbasierte Öffentlichkeiten dieses Verständnis weiter hin zu immateriellen, virtuellen und ortsungebundenen Formen des Gedenkens. Der Impuls-Vortrag widmet sich Künstler*innen, die das Vokabular von Denkmälern kritisch befragen und neu codieren. In einer Zeit, in der Denkmäler zunehmend zu politischen Konfliktzonen werden, untersucht der Vortrag Möglichkeitsräume für neue Formen des Gedenkens. Ausgehend vom Begriff der nomadischen Monumentalität erkundet er ein künstlerisches Experimentierfeld für alternative Öffentlichkeiten, marginalisierte Stimmen und kollektive Erinnerung.
9:45 Impuls
Artists in Public Innovation. Kunstpraxis im Kontext digitaler und partizipativer Stadtplanung in Amsterdam
– Cindy Wegner (Künstlerin)
In europäischen Städten wächst das Bewusstsein dafür, dass künstlerische Ansätze als Katalysator für soziale Innovation und Gemeinwohlorientierung eingesetzt werden können. Die Integration von Kunst und Kultur in kommunale Strukturen eröffnet neue Perspektiven auf soziale Komplexität und ermöglicht experimentelle Ansätze, die klassische Verwaltungsinstrumente häufig nicht leisten können. Das Rechercheprojekt Artists in Public Innovation untersucht, wie künstlerisch kuratierte Formate innerhalb der Stadtverwaltung Innovation, Beteiligung und organisationsinternes Lernen stärken. Es beleuchtet anhand einer Fallstudie aus Amsterdam im Rahmen des Digital Urban Planning Lab, wie künstlerische Praxis als integrales Element kommunaler Innovationspolitik wirkt und zur Umsetzung städtischer Strategien in den Bereichen digitale Transformation, Kunst im öffentlichen Raum, Partizipation, Identität und lernende Verwaltung beiträgt.
9:55 Impuls
Artists in Public Innovation. Kunstpraxis im Kontext digitaler und partizipativer Stadtplanung in Amsterdam
– Cindy Wegner (Künstlerin)
In europäischen Städten wächst das Bewusstsein dafür, dass künstlerische Ansätze als Katalysator für soziale Innovation und Gemeinwohlorientierung eingesetzt werden können. Die Integration von Kunst und Kultur in kommunale Strukturen eröffnet neue Perspektiven auf soziale Komplexität und ermöglicht experimentelle Ansätze, die klassische Verwaltungsinstrumente häufig nicht leisten können. Das Rechercheprojekt Artists in Public Innovation untersucht, wie künstlerisch kuratierte Formate innerhalb der Stadtverwaltung Innovation, Beteiligung und organisationsinternes Lernen stärken. Es beleuchtet anhand einer Fallstudie aus Amsterdam im Rahmen des Digital Urban Planning Lab, wie künstlerische Praxis als integrales Element kommunaler Innovationspolitik wirkt und zur Umsetzung städtischer Strategien in den Bereichen digitale Transformation, Kunst im öffentlichen Raum, Partizipation, Identität und lernende Verwaltung beiträgt.
9:55 Podiumsdiskussion
mit Mara-Johanna Kölmel (Kuratorin, Zeppelin Museum Friedrichshafen), Cindy Wegner (Künstlerin) Peggy Schönegge und Tina Sauerländer (Künstlerinnen) sowie Achim Mohné (Künstler)
11:00 Pause
11:15 Beginn
Spaces of Sustainability – Art as a Practice of Ecological and Social Transformation (EN)
In light of global ecological crises, social inequality and multiple systemic challenges, this panel asks: What role can art in public space play in shaping sustainable futures? The panel focuses on artistic strategies that address and actively contribute to ecological and social transformation. How can public art raise awareness of environmental issues and foster collective ecological consciousness? What part do participatory, site-specific, or process-based approaches play in making alternative ways of living, economic systems, and resource use visible—or even tangible? Which alliances are emerging between art, activism and urban society in the name of sustainability, and how can these be secured in the long term?
11:20 Keynote
Design for Co-resilience
– Doina Petrescu (Professor of Architecture and Design Activism, University of Sheffield)
Co-resilience is the ability of groups and communities to thrive together during times of crisis. It relies on shared resources, mutual support, and the co-creation of new possibilities. Ideally, this can take the form of a commons-based, citizen-driven process, rooted in collaboration, care and collective action. Co-resilience operates across multiple scales—from the micro-level, within small, local groups, to the macro-level, where broader systems and communities come together to address larger challenges. It is also an inner, personal process, one that involves becoming more knowledgeable, skilled, and capable of responding to evolving needs but also more able to care. This dual approach—one that focuses on both the individual and the collective action—helps to build lasting, adaptable resilience within communities. As designers, artists, and cultural workers, we can develop tools for co-resilience that can be taken up, adapted, and further developed by others. The lecture will explore some of these tools through the lens of 15 years of experience with R-Urban, a participatory resilience strategy based on networks of eco-civic hubs, initiated by atelier d’architecture autogérée in the Parisian region.
11:30 Short Talk
Reading Site Responsiveness with Donna Haraway
Christoph Chwatal / Ludovica Tomarchio (Researcher, University of Vienna/Berlin University of the Arts)
This contribution proposes a shift from site specificity to site responsiveness in contemporary artistic and architectural practices. We conceive of site as a complex node where ecological, technological, and social processes converge. Such a view is necessary given today’s planetary condition, marked by climate change, migration, technological acceleration, and systemic interdependence. As Dipesh Chakrabarty argues, the notion of the “planet” increasingly displaces the anthropocentric “globe” associated with the idea of sustainability. Moving beyond sustainability, we emphasize entangled, morethan-human agencies. Responding to these complexities requires shifting from site specificity to site responsiveness. We explore responsiveness in relation to responsibility through a close reading of Donna Haraway’s work.
11:40 Panel discussion
with Doina Petrescu (Professor of Architecture and Design Activism, University of Sheffield), Christoph Chwatal and Ludovica Tomarchio (Researcher, University of Vienna/Berlin University of the Arts), Elisabeth von Samsonow (Artist) und Va-Bene Elikem Fiatsi (Artist)
12:45 Pause
13:00 Performance
Christi Knak Tschaikowskaja
Oecophyllas gemeinsamer Faden Christi Knak Tschaikowskaja (Künstlerin) Die Performer*innen (drei insgesamt) verlassen sich auf ihre Stärken im Atem. Ein gegenseitiger Atemaustausch wird Wegbereiter und rote Linie des Raums.
13:30 Fazit und Get-Together
14:00 Ende
13:00 Performance
– Christi Knak Tschaikowskaja
Oecophyllas gemeinsamer Faden Christi Knak Tschaikowskaja (Künstlerin) Die Performer*innen (drei insgesamt) verlassen sich auf ihre Stärken im Atem. Ein gegenseitiger Atemaustausch wird Wegbereiter und rote Linie des Raums
13:30 Fazit und Get-Together
14:00 Ende
Symposium of the Art Commission of the City of Düsseldorf
20–21, 2026, Künstlerverein Malkasten Düsseldorf
Public space is a complex fabric that is constantly being renegotiated in social, political, aesthetic and symbolic terms. Amid increasing urban density, societal fragmentation, and political polarisation, these negotiation processes are intensifying. This also applies to the role of art in public space, whether in the realisation of new projects or in the treatment of existing public artworks. A recent example of this is the debate in Düsseldorf in 2024 surrounding the façade of the former Audimax at Düsseldorf University of Applied Sciences, which was designed by Günter Fruhtrunk. Plans to demolish the building and dismantle the artwork sparked a wide-ranging public and cultural-political discussion, where urban development interests clashed with heritage preservation and artistic authorship. Such debates reflect elements of today’s ‘culture wars’, particularly the conflict between modernist values and the spatial appropriation of far-right groups.
But who decides which public artworks are preserved? What interests and power structures influence these decisions? How is the relationship configured between interpretive authority, access, and participation? Taking these questions as a starting point, the symposium will explore the multifaceted dimensions of public space and the role of art as a medium for social co-creation, critique, and transformation. As well as examining existing public artworks, we will discuss artistic and curatorial strategies that expose, question, or strategically subvert existing power structures. Particular focus will be given to the practices of underrepresented groups in urban spaces, such as queer-feminist perspectives, and to collaborative practices as a form of participation. We will also explore artistic strategies that contribute to ecological and social transformation, as well as art projects that extend public spaces into the digital realm.
The symposium brings together artists, curators, researchers, and civic actors to consider how public spaces can be shaped, and to reflect on the transformative power of art in urban environments. In addition to invited keynote speakers and panellists, contributions from a call for papers will supplement the programme. The symposium comprises five panel discussions, each addressing a different dimension of spatial negotiation.
The symposium is organized by the Art Commission of the City of Düsseldorf. Since 2018, the Art Commission has been engaged with public art and building projects, supports interdisciplinary urban planning initiatives, and organizes temporary formats such as the Lantz’scher Skulpkturenpark and the internationally tendered stadt.raum.experimente.
The symposium takes place from March 20–21, 2026 at Künstlerverein Malkasten in Düsseldorf. It will start on Friday 20 March at 1 pm and end on Saturday 21 March at around 2 pm. All interested citizens are warmly invited to participate in the conference and actively engage.
Participation is free.
To help us plan, please register at: kunstkommission@duesseldorf.de
Panels
Art in public space not only expresses aesthetic design, but also carries societal values, narratives and historical perspectives. Many artworks in urban space have developed historically. Created in specific historical contexts, they are now increasingly subject to criticism, disagreement, or demands for reinterpretation.
This panel will explore how to approach existing art, such as monuments and sculptures in public space. How can problematic content or outdated forms of representation be identified, discussed and transformed? What artistic or curatorial strategies already exist for dealing with these works? Examples include contextualisation, counter-monuments, temporary alterations and participatory processes.
We will also ask: who holds responsibility and interpretive authority? Who decides what should remain, what should be changed, and what should be removed? In which formats and through which processes can democratic negotiations about visibility, representation and memory take place in public spaces? One current example is the debate in Düsseldorf concerning the listed façade of the former Audimax designed by Günter Fruhtrunk. Despite its artistic and historical value, the façade is set to be demolished as part of urban development projects, sparking significant public protests and cultural-political discourse. This case highlights the tension between urban development, heritage preservation, memory culture and artistic autonomy, and emphasises the need for transparent, democratic processes when dealing with public art.
In light of the social and political shift to the right, the question of the appropriation of space by right-wing populists is becoming increasingly pertinent. How do interpretive conflicts around public art change in times of polarisation? What dangers arise from art being used to promote revisionist narratives? What artistic, institutional or civic counter-strategies can be developed?
This panel examines artistic, performative and activist practices in urban spaces that are shaped by self-organisation, protest and collective action. Public space is not only a stage for visibility; it is also a contested arena for political and social engagement. Temporary alliances, creative forms of resistance and alternative publics are formed here.
How can urban space be used to challege, disrupt, or renegotiate power structures? What role do self-organised structures, such as initiatives, collectives or informal networks, play in artistic-political interventions? And how do these navigate between institutional cooperation, autonomy, and resistance?
At the center of this discussion are artistic strategies that encourage participation, visibility and transformation, whether through performative actions, site-specific installations or long-term social practices. We will also consider how such spaces can be created, sustained and made accessible beyond project- or event-based logic.
This panel focuses on public space as a stage for queer-feminist (in)visibilities. How can marginalised perspectives be made visible in urban space, while challenging and transforming existing invisibilities? Which spaces allow for the disruption of patriarchal power structures and the establishment of new forms of presence and resistance? How can urban public space be described, rewritten and recognised from a queer-feminist standpoint?
The installation of the LGBTIQ+ monument by Claus Richter in Düsseldorf is a significant step towards the visibility and recognition of queer-feminist communities. The monument symbolises a public commitment to the inclusion and integration of queer-feminist perspectives in urban spaces, representing a diverse, queer culture of remembrance. But how can public space also promote equality, self-determination and sexual diversity, and address issues such as gender roles and historical and ongoing discrimination? What strategies can ensure these marginalised issues become embedded in everyday urban life without being co-opted by neoliberal commodification, such as ‘pinkwashing’? Keyword: “Queering Public Space”.
In light of global ecological crises, social inequality and multiple systemic challenges, this panel asks: What role can art in public space play in shaping sustainable futures? We invite discussion on artistic strategies that address and actively contribute to ecological and social transformation.
How can public art raise awareness of environmental issues and foster collective ecological consciousness? What part do participatory, site-specific, or process-based approaches play in making alternative ways of living, economic systems, and resource use visible—or even tangible? Which alliances are emerging between art, activism and urban society in the name of sustainability, and how can these be secured in the long term?
We will explore projects that incorporate sustainability in both their content and artistic methods, such as the use of reusable materials, collaborative processes, regenerative practices and temporary structures that reimagine urban space. How can these artistic forms inspire more equitable and climate-resilient urban development, rather than just making a symbolic gesture?
Digital spaces are increasingly becoming independent public spheres for artistic, curatorial, and cultural practices. This panel will explore how digital infrastructures, ranging from social media and immersive platforms to augmented and mixed reality, are generating novel forms of visibility, participation, and community.
Our focus will be on digital art projects that engage with urban, social, or political issues — projects that blur the boundaries between physical and virtual public spaces. In what ways can digital art expand, critique, or transform public space? How do site-specific digital formats offer new perspectives on cities, memory, and community?
We will also critically examine the social, technological and political conditions of these digital publics: Who has access to virtual forms of expression? What barriers are created by technology, algorithms, or platform economies? What possibilities exist for using digital spaces to explore new narratives, collaborations, and modes of artistic appropriation?
We welcome artistic, theoretical or curatorial contributions that consider digital spaces to be extensions, mirrors or counter-spaces of the urban realm, rather than opposites. These contributions should be critical, participatory and site-specific.


