Mira Mann
Panoscene, 2021

Foto: Jorge Loureiro

Mira Mann
Panoscene, 2021
modulare Bühnenelemente, gebranntes Kiefernholz, Stahl

Mira Manns ortsspezifische Settings und Live-Performances zeigen das Interesse der Künstlerin für spekulative Fiktion, Literatur und das Geschichtenerzählen als Medium um soziale Strukturen und alternative Erzählungen zu visualisieren. Die modulare Installation Panoscene ist eine skulpturale Setzung, welche für die Performance SSSSUUUU – GUUUUNG – GGGGAAAA die zusätzliche Funktion der Bühne übernimmt. Innerhalb der Installation befragt die Künstlerin Blickregime sowohl auf ihre regulierenden und normativen Wirkungsweisen als auch auf ihre Möglichkeiten der Umcodierung. Die Form der Arbeit erinnert an die des Zeotrops: Das Zeotrop ist eine einfache Animationsapparatur, die aus einer mit Schlitzen versehenen Trommel besteht. Wird diese gedreht, geraten die in ihrem Inneren befindlichen Bilder in Bewegung. Durch die Allumsichtigkeit der Apparatur können diese von mehreren Personen gleichzeitig betrachtet werden. Die 360-Grad-Ansicht verweist einerseits auf einen omnipräsenten, kollektiven Blick und produziert andererseits eine demokratische, mehrperspektivische Dramaturgie, welche durch die selbstbestimmte Positionierung der Betrachter*innen hergestellt wird. Zusätzlich kann die Erzählung durch die bewegliche Struktur der Bühne abermals variiert werden. In Verbindung mit der darin stattfindenden Performance wird die Installation zu einem bildgenerierenden Raum, welcher sich an der Rezeption, dem Framing und der Transformation der darin erzählten Geschichte beteiligt.

Mira Mann

(*1993 in Frankfurt am Main, DE) lebt und arbeitet in Düsseldorf. Sie studiert an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Dominique Gonzalez-Foerster.

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