Aktuelles
14/06/2018
Goethe Gymnasium

Kunstwerk statt Zaun fürs Goethe-Gymnasium

Die Künstlerin Selma Gültoprak soll ein Kunstwerk für das Goethe-Museum realisieren. Dies entschied die Interims-Kunstkommission am Mittwoch, 13. Juni, nach einem vorausgegangenem Wettbewerb.

In ihrer Sitzung am 13. Juni hat die Kunstkommission das erste qualitativ hochwertige Kunstwerk auf den Weg gebracht. Am Goethe-Gymnasium an der Lindemannstraße soll der Entwurf „Earth is blue“ der Künstlerin Selma Gültoprak aus Köln realisiert werden. Die Künstlerin entfernt den Zaun der Schule an der Lindemannstraße und ersetzt ihn durch eine in Zusammenarbeit mit der Schule und den Schülerninnen und Schülern individuell gefertigte Zaunskulptur. Die Künstlerin überzeugte die Kommission mit ihrem souveränen Zugriff auf das gesamte Schulgelände: „Der neue Zaun kann nicht nur optisch durchschritten werden, sondern er transformiert sich entgegen der typischen Vorstellung und Zauncharakteristik einer abgrenzenden Linie oder trennenden Wand: Er lädt vielmehr ein, wie eine Skulptur, umschritten zu werden.“ Ralf Schreiber, Schulleiter des Goethe-Gymnasiums: „Wir sind sehr glücklich mit der auswählten Arbeit und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der Künstlerin.“ Schreiber bedankte sich bei der Kommission für die intensive Zusammenarbeit.

Nachdem in einem ersten Wettbewerb keiner der eingereichten Beiträge die Kommission überzeugen konnte, wurde Anfang des Jahres ein zweiter Wettbewerb organisiert. 15 Künstlerinnen und Künstler wurden eingeladen, in einer ersten Runde Ideenskizzen vorzulegen. Fünf Teilnehmerinnen beziehungsweise Teilnehmer hatten es in die zweite Runde des Wettbewerbs geschafft und ihre Idee konkret ausformuliert. Für die Realisierung stehen der erfolgreichen Künstlerin 120.000 Euro zur Verfügung. In diesem Betrag sind alle Material- und Herstellungskosten enthalten.

Die Kommission zeigte sich beeindruckt von der Qualität der eingereichten Arbeiten. Den 2. Platz teilen sich zwei Arbeiten, die die Kommission der Stadt zum Erwerb vorschlagen will, um die Möglichkeit zu erhalten, sie, gegebenenfalls in modifizierter Form, an anderen Schulen zu realisieren.

Selma Gültoprak, studierte an der Kunsthochschule für Medien in Köln, lebt und arbeitet in Köln. Die junge Künstlerin hat bereits mit ersten Arbeiten im öffentlichen Raum auf sich aufmerksam gemacht, unter anderem „Bus Stop Germany“, 2017, Köln.

Erinnerungsort für die verfolgten Homosexuellen in Düsseldorf geplant

Im Anschluss an die Entscheidung beriet die Kommission über zahlreiche weiteren Themen und Anträge. Einen Schwerpunkt bildet der geplante Erinnerungsort für die verfolgten und diskriminierten Homosexuellen in Düsseldorf. Ein breites Bündnis aus der Stadtgesellschaft – unter anderem die Jüdische Gemeinde Düsseldorf, die AWO Düsseldorf, die Diakonie Düsseldorf, die Hochschule Düsseldorf und die Düsseldorfer Jonges – hatte sich dem Wunsch des Forums der Düsseldorfer Lesben-, Schwulen- und Trans*-Gruppen nach einem solchen Ort angeschlossen. In Absprache mit Planungsdezernentin Cornelia Zuschke organisiert die Kunstkommission jetzt einen Wettbewerb für die Realisierung dieses Erinnerungsorts. Der Standort soll in unmittelbarer Nähe zum Rhein zwischen der Rheinkniebrücke und den Rheinterrassen liegen. Die Kunstkommission hat am Mittwoch beschlossen, dass für die Realisierung einschließlich Wettbewerb 200.000 Euro zur Verfügung gestellt werden sollen. Eine Co-Finanzierung hat das Forum zugesagt. „Für dieses Projekt wünsche ich mir einen offenen Wettbewerb“, so der Vorsitzende der Kunstkommission, Jörg-Thomas Alvermann. „Zum Anlass passt ein möglichst offenes und inklusives Verfahren, an dem sich alle interessierten, professionellen Künstlerinnen und Künstler in einem Ideenwettbewerb beteiligen können.“

Auf der Tagesordnung standen auch die nächsten Schritte zum Verfahren zum Reeser-Platz und dem 39‘ Denkmal. Dabei will man nicht nur die Bezirksvertretung und den Rat eng einbinden. In einem Workshop im Herbst sollen auch Anwohner, interessierte Bürger und Experten zu Wort kommen. Einigkeit bestand, dass Künstlerinnen und Künstler sich gemeinsam mit Stadtplaner/-innen und Freiraumplaner/-innen sich mit der Herausforderung dieser Platzsituation beschäftigen müssen.

Umgang mit eingelagerten Kunstwerken

Ein aktuelles Thema der Kommission ist auch der Umgang mit bestehenden und eingelagerten Kunstwerken in Düsseldorf. Die Geschäftsstelle der Kommission ist zur Zeit damit beschäftigt, sich eine Übersicht über die vorhandenen und eingelagerten Arbeiten zu verschaffen, „mit dem Ziel in Zukunft bei Anfragen und Projekten die Wiederaufstellung von eingelagerten Kunstwerken immer mitzudenken“, sagt Nicolas Grosch, der Leiter der Geschäftsstelle der Kunstkommission. Aber auch die Wegnahme oder Versetzung von Arbeiten ist im Gespräch. „Es gibt erste konkrete Anfragen an uns, bestimmte Arbeiten zu versetzen, anders zu inszenieren oder wegzunehmen“, berichtet Jörg-Thomas Alvermann. „Das ist gegenüber der Kunst nicht respektlos. Im Gegenteil: Es gibt Kunstwerke im öffentlichen Raum, die sich in einem unwürdigen Zustand befinden und der Veränderung bedürfen. Als Beispiel wurde die Brehmschule im Düsseltal angeführt.

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