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09/04/2019
Erinnerungsort

Künstlerinnen und Künstler diskutieren über Gedenkort

Wettbewerb zur Entwicklung eines „Gedenkortes für die Erinnerung und Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“

Die Kunstkommission Düsseldorf hat im Rahmen des Wettbewerbs zur Realisierung eines „Gedenkortes für die Erinnerung und Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“ am Montag, 8. April, alle
ausgewählten Künstlerinnen und Künstler in die Landeshauptstadt eingeladen. Gemeinsam wurde eine erste Ortsbegehung zwischen Rheinkniebrücke und Oberkasseler Brücke vorgenommen und über das Projekt diskutiert.

Unter Anleitung des Vorsitzenden Jörg-Thomas Alvermann nutzten die angereisten wie die ortsansässigen Künstlerinnen und Künstler den Tag, um die spezifischen Ortsbedingungen und historischen Hintergründe kennenzulernen. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Kulturdezernenten Hans-Georg Lohe folgte eine Künstlerstadtführung in Deutsch und Englisch über das Plangebiet. Im Schifffahrtsmuseum gab es abschließend die Gelegenheit für sachliche wie auch kritische Fragen. Zudem wurden hierbei auch noch einmal die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger aufgegriffen, die während des Infoabends am 1. April aufgekommen sind.

Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler:

Christoph Brech (München), Coven Berlin (Berlin), Sharon Hayes (New York), Lena Henke (Frankfurt/New York), Flora Hitzing (Düsseldorf), Kerstin Honeit (Berlin), Jonathan Horowitz (New York), Erez Israeli (Tel Aviv/Berlin), Mischa Kuball (Düsseldorf), missing icons (Andrea Knobloch + Ute Vorkoeper, Hamburg), Christian Philipp Müller (Berlin), nbdbkp (Niels Betori Diehl + Barbara K. Prokop, Berlin), Jens Pecho (Köln), Claus Richter (Köln).

Nach Einreichung erster Entwürfe tagt das Preisgericht in einer ersten Sitzung am 10. Juli, dabei wird über die Weiterbearbeitung von vier bis fünf Entwürfen entschieden. In einer zweiten Stufe mit Sitzung am 27. November wird aus diesen Entwürfen schließlich der finale Siegentwurf ausgewählt, der dann ab Januar 2020 in die Realisierung geht.

Der Jury gehören unter anderem die Künstlerinnen und Künstler an: Katharina Sieverding, Via Lewandowsky, Stefan Sous, Johannes Bendzulla, Yesim Akdeniz und Noemi Weber. Das Wettbewerbsverfahren erfolgt gemäß den Richtlinien der Landeshauptstadt Düsseldorf für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum (2017) und in Anlehnung an die Richtlinien für die Durchführung von Planungswettbewerben RPW (2013).

Zur Entstehung der Denkmalidee

Die städtische Kunstkommission wurde im Sommer 2018 vom Kulturausschuss der Landeshauptstadt Düsseldorf beauftragt, einen Wettbewerb für die Realisierung des Erinnerungsortes in Rheinnähe zwischen
Rheinkniebrücke und Oberkasseler Brücke durchzuführen. Vorangegangen war bereits ein Werkstatttag im März 2018 in der Mahn- und Gedenkstätte, bei welchem erste Vorstellungen zu einem Gedenkort in der Stadt ausgetauscht wurden. Den zweistufigen Wettbewerb lobt die Kunstkommission in Zusammenarbeit mit dem „Forum Düsseldorfer Lesben-, Schwulen-, Bi- und Trans*-Gruppen“ mit geladenen Kunstschaffenden aus.

Die Gestaltung des Kunstwerks ist grundsätzlich freigestellt. Als Ausloberin ist der Kunstkommission allerdings wichtig, dass die Aspekte von Diskriminierung und Verfolgung einzelner Gruppen integrativ in die
künstlerische Betrachtung mit einfließen. Neben dem Gedenken an die Opfer von Intoleranz und Verfolgung soll von dem Kunstwerk auch ein Impuls für die Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt ausgehen. Das Besondere an der Auslobung ist, dass die Künstlerinnen und Künstler den Standort beziehungsweise die Standorte und Räume im oben genannten Areal frei wählen können. Im Wettbewerbsverfahren werden die einzelnen Beiträge dann anonymisiert eingereicht. Der Wettbewerb wird als geladener, zweistufiger, anonymer Wettbewerb durchgeführt. Für die Realisierung der
künstlerischen Arbeit stehen 200.000 Euro zur Verfügung.

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