Die Krux mit den Kränzen

5. Oktober 2019

Der Wettbewerb zum Reeser-Platz löst eine Diskussion über die bisherigen Gedenkfeiern am Platz aus!

Seit den 50er Jahren finden vor dem Soldaten-Denkmal auf dem Reeser-Platz immer wieder Gedenkveranstaltungen von soldatischen Verbänden, aber auch von rechtsradikalen Gruppierungen statt. Der Kultur – und der Beschwerdeausschuss der Landeshauptstadt Düsseldorf empfehlen im Jahr 1988 keine Gedenkverantaltungen mehr auf dem Reeser-Platz zu veranstalten.

 

Die Bundeswehr, die Arbeitsgemeinschaft der soldatischen Verbände und die Düsseldorfer Jongens halten sich seitdem an diese Empfehlung und nehmen zum Teil an den offiziellen Gedenkfeiern am Volkstrauertag auf dem Nordfriedhof teil. Der Freundeskreis der Ehemaligen 39er hält sich nicht an diese Empfehlung und nutzt das Soldatendenkmal aus der Zeit des Nationalsozialismus weiter für Gedenkfeiern.

Ein Gutachten vom Leiter der Mahn – und Gedenkstätte Dr. Bastian Fleermann aus dem Jahr 2014 kommt zu dem Schluss, dass das „Denkmal nach Entstehungszeit, Kontext und Nutzung als nationalsozialistisch einzustufen ist“.
Gutachten der Mahn- und Gedenkstätte

In der Bezirksvertretung 1 und im Kulturausschuss gibt es seitdem Überlegungen, die Aussparung hinter dem Gitter des Denkmals für das Niederlegen von Kränzen nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Siehe Bericht in der BILD-Zeitung und in der Rheinischen Post:
BILD-Zeitung vom 13. September 2019
Bericht in der RP vom 13. September 2019

Dazu der Vorsitzende der Kunstkommission Jörg-Thomas Alvermann: „Der Wettbewerb für das 39er Denkmal am Reeser wurde im Jahr 1935 ausgelobt und das Denkmal im Jahr 1939 eingeweiht. Der Freundeskreis der ehemaligen 39er behauptet immer wieder (so auch Herr Jung in der BILD-Zeitung heute), es wäre „ein Unglück“, dass das Denkmal von Nationalsozialisten eingeweiht wurde. Die Mitglieder des Freundeskreises ignorieren seit Jahrzehnten hartnäckig, dass das Denkmal aus einem Wettbewerb im Jahr 1935 hervorgegangen ist, der von Nationalsozialisten ausgelobt wurde, von einer Jury aus Nationalsozialisten wurde unter den arischen Teilnehmern ein Entwurf ausgewählt, der ausgewählte Entwurf wurde von NSDAP Mitgliedern (Kolphaus) und Künstlern (Kuöhl), die der NSDAP zu Diensten waren, realisiert.“

Für Verwirrung sorgte ein Bericht in der Westdeutschen Zeitung:
Bericht in der WZ vom 14. September 2019

Die Rheinische Post gibt in ihrem Bericht vom 5. Oktober eine gute Übersicht:
Bericht in der RP vom 5. Oktober 2019

 

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