„Treppauf,Treppab – Situated Now, Donna Haraway“

19. Juni 2019

Klang-Kunst von Marcus Schmickler in der U-Bahn-Station Heinrich-Heine-Allee

Ort: „Auditorium/Drei Modellräume“, (Aufgang Königsallee/Corneliusplatz), U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee, Düsseldorf

Düsseldorf. Nach Kurt Dahlke, Waltraud Blischke und Leif Inge ist Marcus Schmickler der vierte Künstler, der im „Auditorium“ ausstellt. Vom 19. Juni bis 7. Juli werden Fahrgäste der Rheinbahn am Aufgang zur Königsallee mit Akkorden auf Grundlage der so genannten „Shepard-Tonleiter“ empfangen.

 

„Treppauf, Treppab – Situated Now, Donna Haraway“ heißt die Sound-Installation des Kölner Komponisten und Musikers Marcus Schmickler, welche die Fahrgäste auf geheimnisvolle Weise auf den Rolltreppen und in den Korridoren „Auditorium“ und „Theater“, begleiten wird. Präsentiert wird die Veranstaltung von der Kunstkommission Düsseldorf und dem Kurator und Künstler Ralf Brög, der die neuen Zugänge des U-Bahnhofes sowohl visuell als auch akustisch für wechselnde Klang- und Soundbeiträge gestaltet.

Zum Hintergrund: Bei der “Shepard-Tonleiter”, die auf den Psychologen Roger Shepard zurückgeht, handelt es sich um eine akustische Illusion, bei der ein Ton fortwährend steigt oder fällt, aber niemals ein Limit erreicht. Der Klang ist in permanenter Bewegung, scheint aber trotzdem nirgendwo anzukommen. In der bildenden Kunst ist dieses Konstrukt vergleichbar mit Arbeiten des niederländischen Künstlers M. C. Escher.

Bereits Pioniere der elektronischen Musik wie Jean-Claude Risset, Karlheinz Stockhausen und James Tenney nutzten den bemerkenswerten Effekt der Shepard-Töne, die nach menschlichem Hörempfinden keine Grundtöne erkennen lassen oder Orientierung bei der Tonfolge bieten. Schmickler lässt nun durch seine Installation eine Art akustische Fata Morgana entstehen. Er unterteilt einzelne Shepard-Töne in Akkorde, verdichtet oder dehnt sie, beschleunigt oder verlangsamt ihr Tempo, um sie dann wieder mit anderen elektronischen Partikeln zu verzahnen. Es entstehen hochwertige und komplexe Kompositionen, die trotz ihres logischen Aufbaus, ganz im Sinne des Poststrukturalismus ein Prozess der Wissensaneignung ist, der niemals aufhört. Der Untertitel der Klang-Installation weist deshalb auf Donna Haraways berühmten Essay “Situated Knowledges” hin. Donna Haraway stellte die These auf, dass das Objekt des Wissens als Akteur und Agent zu betrachten sei und nicht als Projektionsfläche. Kernpunkt von „Situated Knowledge“ ist eine grundsätzliche kontextuelle Betrachtungsweise jeglicher Forschungsfragen und Wahrnehmungen.

 

Zum Künstler: Marcus Schmickler, Jahrgang 1968, studierte Komposition und Elektronische Musik an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln sowie Musikwissenschaft an der Universität Köln. In seinen Arbeiten erforscht Schmickler erweiterte Methoden zur Komposition

 

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