Werkstatt-Tag zum 39er-Denkmal

18. November 2018

Der Werkstatt-Tag zum zukünftigen Umgang mit dem sogenannten „39er-Denkmal“ am Reeser Platz in Golzheim fand regen Anklang. Am Samstag folgten über 80 Interessierte der Einladung der Kunstkommission Düsseldorf, sich mit dem 1939 errichteten Denkmal künstlerisch und städteplanerisch auseinanderzusetzen.Im Auftrag der Bezirksvertretung 1 gab die Kunstkommission damit der Debatte um das umstrittene Denkmal einen kreativen Rahmen für die Partizipation einer breiten Öffentlichkeit. In der nahegelegenen evangelischen Tersteegen Kirchengemeinde diskutierten die Bürgerinnen und Bürger lebhaft und zum Teil emotional aufgeladen mit der Bezirksvertretung, Historikerinnen und Historikern, Stadtplanerinnen und Stadtplanern, Künstlerinnen und Künstlern sowie Mitgliedern des Stadtrats. Alle Beteiligten konnten sich mit ihren Ideen einbringen. Ziel der Kunstkommission war es, erste Impulse und Anregungen in offenen Diskussionen und später in Arbeitsgruppen zu kanalisieren, um Kriterien für einen Planungswettbewerb zu entwickeln.

 

Nach Grußworten von Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe führte Fernsehmoderator Peter Rueben durch die Veranstaltung. Als Grundlage des Werkstatttages dienten vier Impulsvorträge. Unter anderem berichtete Dr. Peter Henkel von der Mahn- und Gedenkstätte über die Entstehungsgeschichte des Denkmals und der angrenzenden Mustersiedlung der Nationalsozialisten. In den weiteren Vorträgen ging es um die Geschichte des 39er Regiments, Beispiele von Gegendenkmälern in der neueren Kunstgeschichte sowie um Fragen des Denkmalschutzes. Zur Mittagspause versammelten sich die Teilnehmer des Werkstatt-Tages in einer „Street-Kitchen“ mitten auf dem Reeser Platz, um den Ort mit den erworbenen Sachkenntnissen erneut auf sich wirken zu lassen. Am Ende des Tages einigten sie sich auf weitere Schritte. „Das 39er Denkmal muss stehen bleiben, aber darf aber nicht so. Aussage und Wirkung müssen verändert werden.“ fasst Jörg Thomas Alvermann, Vorsitzender der Kunstkommission die Ergebnisse zusammen. Unter den Teilnehmern bestand breiter Konsens, das im Umgang mit dem Platz und dem Denkmal Handlungsbedarf besteht. Die Idee ein Gegendenkmal zu errichten wurde aber von vielen Teilnehmern kritisch gesehen. „Wir werden die Ergebnisse jetzt dokumentieren, gründlich analysieren und daraus einen Fahrplan für das weitere Verfahren zum Reeser-Platz entwickeln“ so Alvermann.

 

Seit Ende des Zweiten Weltkriegs steht das Soldaten-Denkmal in der Diskussion, nicht zuletzt weil die Bundeswehr bis 1988 Gedenkfeiern auf dem Platz veranstaltete und die eindeutige faschistische Ästhetik des Denkmals ignorierte. Das Denkmal wurde von den Nationalsozialisten unter Mitwirkung der Wehrmacht errichtet, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs eingeweiht und zeigt Wehrmachtssoldaten, die wiederauferstanden in voller Ausrüstung aus einer Gruft herausmarschieren, um wieder in den Krieg zu ziehen.

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